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REMONDIS Industrie Service

  • Wie beurteilt man den Zustand von Batterien? Was genau bedeutet EoL, Defekt und Kritisch?

    • Ganz offiziell stuft das europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (Abkürzung ADR) Lithium-Batterien, die entsorgt werden sollen, in drei verschiedene Klassen ein – je nach Zustand: “End-of-Life”, “Defekt/Kritisch” und “Nicht beförderungssicher”.

      End-of-Life
      Wie der Name bereits vermuten lässt, geht es hier um Lithium-Ionen-Batterien, die aufgrund ihres Alters entsorgt werden. Sie erreichen zum Beispiel die vom Anwender geforderte Ladekapazität nicht mehr. Aber auch Neuware, die aus Qualitätssicherungsgründen von Herstellern als Ausschuss anfällt kann, je nach Zustand, auch als End-of-Life Ware angesehen werden.

      Defekt/Kritisch
      Als defekt und somit kritisch anzusehen sind Zellen und Batterien, die:

      • aus Sicherheitsgründen als defekt/fehlerhaft identifiziert worden sind.
      • ein beschädigtes oder erheblich verformtes Gehäuse aufweisen.
      • undicht sind oder bei denen die Druckentlastungseinrichtung angesprochen hat.
      • Anlauffarben an Metallteilen oder geschmolzene oder verformte Kunststoffteile aufweisen.
      • durch das Batteriemanagementsystem (BMS) identifizierte defekte Zellen enthalten.
      • Spuren von ausgelaufener Elektrolytflüssigkeit aufweisen.
      • vor der Beförderung nicht diagnostiziert werden können.

      Nicht beförderungssichere Batterien und Zellen
      Hier handelt es sich um Batterien und Zellen, die Anzeichen einer kurz bevorstehenden Havarie aufweisen. Diese Anzeichen können unter anderem folgende sein:

      • Gegenwärtig abbrennende Batterien und Zellen.
      • Gegenwärtig auslaufendes Elektrolyt.
      • Ausgasende Batterien oder Zellen.
      • Temperaturveränderungen, wie messbare Temperaturerhöhung in abgeschaltetem Zustand.

    Was steht dazu im Batterie-Gesetz (BattG)?

    • Das Batteriegesetz verpflichtet Anwender von Gerätebatterien zur Rückgabe und Überlassung dieser an die eingerichteten Rücknahmesysteme wie zum Beispiel GRS, ERP oder auch herstellereigene Rücknahmesysteme.
      Darüber hinaus sind die Hersteller dazu verpflichtet, sich um Abholung und Bereitstellung der geeigneten Verpackung an den Sammelstellen zu kümmern. Hierfür können herstellereigene oder eingetragene Rücknahmesysteme (GRS, CCR Rebat, ERP, ÖcoReCell) beauftragt werden.
      In der Praxis ist es so, dass jeder, der Batterien in Verkehr bringt, dazu verpflichtet ist, diese auch zu entsorgen. Im BattG-Melderegister sind darüber hinaus alle Inverkehrbringer von Batterien in Deutschland gelistet.

      Weitere Informationen zum Thema Batteriegesetz (BattG) im Netz unter http://www.gesetze-im-internet.de/battg/index.html

    Wo ist der Unterschied zwischen >< 500g? Und was besagt die Sondervorschrift 636?

    • Wie in so vielen Bereichen, gelten auch bei Batterien für bestimmte Stoffe oder Gegenstände Sondervorschriften. Eine davon ist die SV636.

      Sondervorschrift 636
      Bei der Beförderung bis zur Zwischenverarbeitungsstelle unterliegen gebrauchte Lithiumzellen und -batterien mit einer Bruttomasse von jeweils höchstens 500 g, die lose oder in Ausrüstungen enthalten zur Entsorgung gesammelt und zur Beförderung aufgegeben werden, auch zusammen mit anderen gebrauchten Zellen oder Batterien, die kein Lithium enthalten, nicht den übrigen Vorschriften des ADR, wenn folgende Bedingungen erfüllt werden:
      Zellen in Ausrüstungen dürfen sich während der Beförderung nicht soweit entladen können, dass die Spannungen bei offenem Stromkreis unter 2 Volt oder unter zwei Drittel der Spannung der nicht entladenen Zelle – je nachdem, welche dieser beiden Spannungen die niedrigere ist – fällt.
      Bis zur Zwischenverarbeitungsstelle unterliegen

      • Lithiumzellen und -batterien mit einer Bruttomasse von jeweils höchstens 500 g oder Lithium-Ionen-Zellen mit einer Nennenergie in Wattstunden von höchstens 20 Wh, Lithium-Ionen-Batterien mit einer Nennenergie in Wattstunden von höchstens 100 Wh, Lithium-Metall-Zellen mit einer Menge von höchstens 1 g Lithium und Lithium-Metall-Batterien mit einer Gesamtmenge von höchstens 2 g Lithium, die nicht in Ausrüstungen enthalten sind und die zur Sortierung, zur Entsorgung oder zum Recycling gesammelt und zur Beförderung aufgegeben werden, sowie
      • Lithiumzellen und -batterien, die in Ausrüstungen von privaten Haushalten enthalten sind und die zur Beseitigung von Schadstoffen, zur Demontage, zum Recycling oder zur Entsorgung gesammelt und zur Beförderung aufgegeben werden,
        Bem
        . "Ausrüstungen von privaten Haushalten" sind Ausrüstungen, die aus privaten Haushalten stammen, und Ausrüstungen, die aus kommerziellen, industriellen, institutionellen und anderen Quellen stammen und die aufgrund ihrer Beschaffenheit und Menge den Ausrüstungen von privaten Haushalten ähnlich sind. Ausrüstungen, bei denen die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie sowohl von privaten Haushalten, als auch von anderen Anwendern verwendet werden, gelten in jedem Fall als Ausrüstungen von privaten Haushalten.

      nicht den übrigen Vorschriften des ADR, einschließlich der Sondervorschrift 376 und des Absatzes 2.2.9.1.7, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

      • es gelten die Vorschriften der Verpackungsanweisung P 909 des Unterabschnitts 4.1.4.1 mit Ausnahme der zusätzlichen Vorschriften 1 und 2;
      • es besteht ein Qualitätssicherungssystem, um sicherzustellen, dass die Gesamtmenge an Lithiumzellen oder -batterien je Beförderungseinheit 333 kg nicht überschreitet Bem. Die Gesamtmenge an Lithiumzellen und -batterien im Gemisch darf anhand einer im Qualitätssicherungssystem enthaltenen statistischen Methode abgeschätzt werden. Eine Kopie der Qualitätssicherungsaufzeichnungen muss der zuständigen Behörde auf Anforderung zur Verfügung gestellt werden.
      • Versandstücke sind mit der Kennzeichnung zu versehen:
        "LITHIUMBATTERIEN ZUR ENTSORGUNG" bzw.
        "LITHIUMBATTERIEN ZUM RECYCLING".
        Wenn Ausrüstungen, die Lithiumzellen und -batterien enthalten, die in Übereinstimmung mit der Verpackungsanweisung P909 (3) des Unterabschnitts 4.1.4.1 unverpackt oder auf Palette befördert werden, darf dieses Kennzeichen auch auf der äußern Oberfläche der Wagen und Container angebracht werden.

    Benötige ich Inertmaterial?

    • Nein. Das RETRON System kommt komplett ohne Inertmaterial aus.

    Gibt es Verpackungsanweisungen, die ich beachten muss?

    • Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Entsorgungsmöglichkeiten für Lithium-Batterien mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit und dem Wunsch einer einfachen Handhabung, wurde ein Verpackungssystem entwickelt und im Jahr 2017 von der Bundesanstalt für Materialforschung und –Prüfung (BAM) für die Nutzung im europäischem Raum genehmigt. Im Zusammenspiel bilden die RETRON Innen- und Außenverpackungen ein System, mit welchem defekte Lithium-Batterien gelagert und transportiert werden dürfen. Beide Behältnisse bieten auch einzeln hervorragende Qualitäten zur Reduzierung des Risikos bei der Lagerung von End-of-Life Batterien oder Neuware.
      Wichtig: Anhand der Genehmigungsrichtlinien dürfen mit dem RETRON-Verpackungssystem zurzeit defekte Batterien bis zu einem Einzelgewicht von 30 kg und einem Gesamtgewicht pro Behälter von 200 kg, transportiert werden.
      Batterien im End-of-Life Zustand sollten möglichst auch unter Verwendung der RETRON Behältnisse nach Verpackungsanweisung P909 befördert werden.

      Innenverpackung (für defekte/kritische Batterien)
      Die RETRON Innenverpackung besteht aus einem robusten und feuerfesten Textil-Material, das in Taschenform für die jeweiligen Batterietypen in verschiedenen Größen produziert wird. Bei Hitzeeinwirkung durch entzündete Batterien reagiert eine der Schichten des Textils und dehnt sich von ca. 2 mm auf ca. 50 mm aus. Durch das Umschließen der Batterie im Inneren der Tasche wird die Sauerstoffzufuhr zum Brand unterbunden. Die ca. 50 mm dicke Isolationsschicht verhindert die Propagation zu nahegelegenen Taschen, Batterien und anderen Gegenständen. Das feuerfeste Textil und ein spezieller Verschluss verhindern, dass Flammen aus dem Inneren nach außen gelangen.
      Die Unterbindung der Ausbreitung eines Batteriebrandes ist die als Hauptaufgabe der RETRON Innenverpackung. Wir haben im Vorfeld folgende Ziele definiert und durch den Einsatz von speziell hergestellten feuerfesten Textilien erreicht:

      • Verhinderung von Flammenaustritt
      • Hitze-Isolation (max. 160° Außentemperatur)
      • Geregelter Gasaustritt
      • Aufsaugmöglichkeit von auslaufendem Elektrolyt

      Die Taschen können je nach Anforderung in verschiedenen Größen konfektioniert werden.

      Außenverpackung
      Bei der RETRON Außenverpackung haben wir uns an den ASP-Behälter gehalten – ein in der Gefahrguttransportbranche bewährter und bekannter Behälter. Die RETRON-Behälterfamilie ist in den Größen 240L, 460L und 600L erhältlich.Die zusätzlich verbaute Dämmung dieses doppelwandigen Spezialbehälters isoliert einen eventuellen Brandherd (1000 °C) im Inneren des Behälters über drei Tage lang auf max. 100 ° C an der Außenseite.
      Speziell eingelassene Druckventile erlauben es, die aus einer Explosion oder Verbrennung von Lithium-Batterien entstehenden Gase entweichen zu lassen und stoppen die Sauerstoffzufuhr zurück in den Behälter. Ein Drehgewinde im Standardmaß erlaubt es, den ASP an eine bestehende Gasabsaugungsanlage anzuschließen oder einen zusätzlich modularen Rauchgasfilter anzubringen. Für eine Beförderung müssen verbleibende Freiräume mit einem Mineralwollkissen (ff. RETRON Kissen) verfüllt werden.

    Bekomme ich von Ihnen ein Nachhaltigkeitszertifikat?

    • Ja. Über REMONDIS bekommen Sie ein Nachhaltigkeitszertifikat.

    Wie funktioniert das RETRON System?

    • Ausführliche Informationen zum RETRON System finden Sie hier auf unserer Website oder in unserer Infobroschüre. Kontaktieren Sie uns gerne hier und wir senden Ihnen ein Exemplar unverbindlich zu.

    Kann ich auch EoL Batterien befördern?

    • Ja. Das RETRON System ist unter anderem auch für Lagerung und Transport von End-of-Life-Batterien entwickelt und zugelassen.

    Kann ich Batterien im RETRON System lagern, so wie in einem Gefahrgutschrank?

    • Ja. Die RETRON Behälterfamilie eignet sich auch zur sicheren Lagerung Ihrer Neuware, defekten/kritischen Batterien sowie zur Zwischenlagerung zwischen mehreren Arbeitsschritten.

    Ist das RETRON System nur in bestimmten Regionen erhältlich?

    • Nein. Als Kunde können Sie bundesweit vom RETRON System profitieren.

    Ist im RETRON System eine Gasmanagementfunktion enthalten?

    • Ja. Speziell eingelassene Druckventile erlauben es, die aus einer Explosion oder Verbrennung von Lithium-Batterien entstehenden Gase entweichen zu lassen und stoppen die Sauerstoffzufuhr zurück in den Behälter. Ein Drehgewinde im Standardmaß erlaubt es, den ASP an eine bestehende Gasabsaugungsanlage anzuschließen oder einen zusätzlich modularen Rauchgasfilter anzubringen.

    Was passiert mit den eingesammelten Batterien?

    • Die Batterien werden von REMONDIS zu zertifizierten Aufbereitungsanlagen gefahren und dort in hydrometallurgischen oder pyrometallurgischen Prozessen stofflich verwertet um die Rückführung von wertvollen Metallen und Komponenten zurück in den Kreislauf zu gewährleisten.

    Kann ich meinen eigenen Logistiker mit dem Batterie- oder Behälter-Transport beauftragen?

    • Leider nein. Die RETRON Behälter dürfen ausschließlich von der REMONDIS-eigenen Logistik transportiert werden.

    Ist die Innenverpackung in verschiedenen Größen erhältlich?

    • Ja. Die Innenverpackung bieten wir in drei Standardgrößen an. Allerdings lässt sich die Innenverpackung problemlos an Zellen, Module oder Batteriepacks anpassen.

    Ist die Innenverpackung wiederverwendbar?

    • Ja. Solange keine Havarie vorliegt, lässt sich die Innenverpackung wiederverwenden.

    Kann ich mit dem RETRON System auch lagern und eventuell sogar darin die Batterien laden?

    • Unsere Innenverpackung sowie unsere Behälter sind auch für die sichere Lagerung von Batterien konzipiert. Die Innenverpackung ist dabei so entwickelt worden, dass bei sachgemäßem Umgang und korrektem Verschließen sowie der Auswahl eines brandsicheren Lagerplatzes keine Entzündung der Umgebung stattfinden kann.
      Darüber hinaus können Sie moderne Batterien, die keine Dockingstation benötigen, problemlos und sicher in der Innenverpackung laden.


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